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Naturschutzgebiete und Flora-Fauna-Habitate

 

Der Naturpark Reinhardswald vereint zahlreiche Schutzgebiete aus unterschiedlichen Schutzkategorien. Unter anderem sind 18 Naturschutzgebiete und 11 Flora-Fauna-Habitate (FFH-Gebiete) sowie einige Landschaftsschutzgebiete im Naturpark Reinhardswald vereint. Insgesamt zählen über 40 % der Naturpark-Fläche zu Schutzgebieten.

Die Schutzgebiete verteilen sich auf alle vorhandenen Naturräume und dienen unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Jedes Schutzgebiet erfüllt dabei einen bestimmten Zweck, denn sie wurden jeweils aus einem ganz bestimmten Grund unter Schutz gestellt. Die Unterschutzstellung soll helfen, die besondere Funktion dieser Gebiete – wie zum Beispiel die Lebensraumfunktion für gefährdete Tiere und Pflanzen – dauerhaft zu sichern.

Wir unterscheiden dabei mehrere Schutzgebietskategorien, die sich vor allem nach jeweiligem Landesrecht, Schutzzweck, Rechtsgrundlage und zuständiger Verwaltungsebene unterscheiden. Nachfolgend stellen wir euch zwei Kategorien vor: FFH-Gebiete und Naturschutzgebiete.

FFH-Gebiete - Natura2000

Natura2000 ist der Name eines Verbundes von Schutzgebieten in der Europäischen Union. Die einzelnen Gebiete werden meist FFH-Gebiete genannt, weil sie als Umsetzung der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU ausgewiesen wurden. Mit FFH-Gebieten sollen von der EU definierte Lebensraumtypen (231) und besondere Tier- und Pflanzenarten (>1.000) geschützt werden. Viele der geschützten Arten habe eine Funktion als Anzeiger für intakte Lebensräume. Das bedeutet, dass es sich nicht notwendigerweise um die seltensten Arten handelt, sondern um solche, die auf bestimmte Bedingungen angewiesen sind, von deren Vorhandensein auch andere nicht-gelistete Arten profitieren. Ein solcher Lebensraumtyp sind zum Beispiel Buchenwälder. Dieser Lebensraumtyp tritt im Naturpark Reinhardswald besonders großflächig an den Weserhängen auf, so dass diese als FFH-Gebiet ausgewiesen sind.  Ingesamt gibt es 17 FFH-Gebiete mit einer Fläche von insgesammt 6.148 Hektar im Naturpark Reinhardswald. Neben den Weserhängen sind beispielweise der Nasse Wolkenbruch bei Trendelburg oder das Holzapetal als FFH-Gebiete ausgewiesen.

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete sind eine Kategorie des deutschen Naturschutzrechts. Sie unterliegen starken Nutzungseinschränkungen und sind meist kleinräumig. Die meisten Naturschutzgebiete sind daher gleichzeitig auch als gloßflächigere FFH-Gebiete ausgewiesen.  Für Naturschutzgebiete gelten in der Regel stärke Nutzungseinschränkungen als für FFH-Gebiete. Sie unterliegen, genauso wie FFH-Gebiete, einem bestimmten Schutzzweck, um genau diesen zu fördern. Im Naturpark Reinhardswald gibt es 18 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von insgesamt 1.270 Hektar. Beispiele für Naturschutzgebiete im Naturpark sind z.B. die Kelzer Teiche bei Hofgeismar als besonderer Vogelzug-Rastplatz, der Stahlberg/Hölleberg im Diemeltal bei Trendelburg mit besonderem Vorkommen von Schmetterlingen, Orchideen, Thymian uvm. oder die Bennhäuser und Rothbalzer Teiche bei Immenhausen als Feuchtgebiete mit besonderen Arten.